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Ab Beginn der Reise erstelle ich jeden Tag einen Tagesbericht samt Fotos, allerdings, nur wenn ich W-Lan zur Verfügung habe. Das Tagebuch beginnt zuunterst auf dieser Seite, der neueste Eintrag ist zuoberst. 
 

 Tagebuch TransAmericana

Do, 18.4.2019, Placerville, 55 km. Jackson-SutterCreek-Plymouth-ElDorado-Placerville. Wetter: Schön, 25°. Unterkunft: Historical CaryHouse-Hotel, sFr 115.—

Ich bezweifelte schon beim Start kurz nach sechs, ob ich mein heutiges Ziel erreichen würde. Als ich dann aber schon nach 55 km in Placerville nach einer sehr anstrengende HügelLandschaft mit vielen ‚VeloStossStrecken’ mehr als 1000 kumulierte Höhenmeter absolviert hatte entschloss ich mich, hier einen halben Ruhetag einzuschalten.

Nach Lake Tahoe wären es nochmals fast 100 km gewesen, allerdings über einen Pass auf knapp 2300 müM (mit Start auf 550müM), so etwa wie ab Flüelen über Göschenen, Andermatt, Gotthard Passhöhe bis nach Airolo, nur dass der Gotthard noch 200m tiefer liegt. Das schaffe ich nicht in einem halben Tag.

PlazerVille ist für amerikanische Verhältnisse ein geradezu kompaktes und sehr ansprechendes Dorf/Stadt und mein Hotel stammt wohl noch aus der GoldgräberZeit zu Sutters Zeiten. A propos Sutter: Der Name ist in dieser Gegend omnipräsent: SutterStreet, SutterPlaza, SutterCreek usw. Auf Sutters Land wurde erstmals Gold in Californien gefunden und dies hat den gigantischen GoldRush im 19.Jahrhundert ausgelöst. Sutter war kein Appenzeller, sondern Basler und profitierte kaum vom vielen Gold, er verarmte völlig.

Mi, 17.4.2019, Jackson, 115 km. Modesto-Escalon-Belota-ValleySprings-Jackson. Wetter: Schön, 25°. Unterkunft:Jackson Lodge, sFr 82.—

Die ganze SierraNevada befindet sich noch immer in Wintersperre und das auf eine Länge von etwa 500 km. Aber eben, wären die Alpen nicht untertunnelt hätte Europa das gleiche Problem, auch die AlpenPässe werden erst Ende May freigeschaufelt. Statt auf direktem Weg von Modesto nach Bishop zu gelangen umfahre ich das hohe Gebirge nach Norden und verliere dabei mindestens zwei Tage, mit der südlichen Umfahrung über Bakersfield verlöre ich sicher vier Tage. Trotzdem schade, denn ich verpasse mit der Umfahrung nicht nur den Yosemite- sondern auch den Seguoia-NationalPark. Dafür habe ich mehrere Tage mit sehr schönem und warmem Wetter vor mir mit bis zu 30°.

Die grossen MandelPlantagen wechselten sich ab mit HaselnussKulturen, grossen Reb“Bergen“ und quadratkilometer grossen RinderWeiden (keine Kühe). Anfänglich war das Gelände flach, wurde hügeliger und danach noch ausgesprochen wild. Ich fuhr bis jetzt ausschliesslich nach Navi im VeloModus. Dadurch folge ich entweder grösseren Strasse, die aber meist mit einem bezeichneten VeloStreifen (nicht immer) versehen sind oder auf NebenStrassen mit wenig bis sehr wenig Verkehr.

Aber dann wurde ich in eine sehr schmale, sehr schlechte und sehr steile 3m-Strasse geführt und ich wurde sehr unsicher. Ich überwand mich aber und fuhr runter. Nach etwa 150 HM gab‘s einen PickUp neben dem Weg, also dürfte der Weg wohl irgendwo hinführen. Nach weiteren 100HM landete ich an einem tiefen Canyon und noch tiefer unter mir lag ein geradezu gespenstischer See, es war eines der vielen gestauten WasserReservoirs, das ComancheWater Reservoir, in dieser Gegend, denn alle beschriebenen Kulturen  und Plantagen sind computergesteuert per MinimalBewässerung bewässert. Nach einigen Kilometern fantastischer Fahrt entlang dem See musste ich über eine Brücke und nahm die Gelegenheit wahr mit den dortigen Fischern einen Schwatz zu halten. Schwierig wurde es allerdings danach. Ich stosste das Velo die 250HM wieder aus der Schlucht heraus, sehr anstrengend zwar aber alles war schon fast ein Abenteuer.

In Jackson erhielt ich erst bei der dritten Unterkunft ein Bett, im kleinen InnenDorf ein Bier, etwas Wein und Fettucini, sehr gut. Morgen wird‘s allerdings anstrengend, sehr anstrengend.

Di, 16.4.2019, Modesto, 131 km. Concord-Clayton-Byron-Tracy-Modesto. Wetter: Leicht bewölkt, 20°. Unterkunft: Motel BestWestern (eine Kopie des Orginals), sFr 130.—.

Als ich einmal dem urbanen Concord entflohen war fuhr ich durch eine ausgesprochen liebliche HügelLandschaft und entlang von malerischen BachTälern. Danach durch sehr fruchtbare Ebenen mit riesigen MandelKulturen (Kalifornien produziert weltweit an meisten Mandeln), durch grosse pflückbereite ErdbeerenKulturen, aber auch durch fast schon Hektaren grosse ViehLaufStälle (da lobe ich mir die schweizerische TierHaltung).

In Modesto stieg ich schon um 15 Uhr in einem einfachen Motel, mit einem nicht so einfachen Preis allerdings, ab. In einem BookStore kaufte ich einen Führer durch den Yosemity-NationalPark. Was ich schon definitiv wusste fand ich im Führer bestätigt: Ich kann den riesigen NationalPark nicht durchfahren, denn die Übergänge sind noch bis Mitte May wegen Schnee geschlossen. Damit habe ich ein Problem: Ich muss den Park grossräumig umfahren. Ich werde morgen früh um 6 Uhr beim MorgenEssen (inbegriffen!) definitiv entscheiden.

Mo, 15.4.2019, Concord, 49km. Wetter: Morgen leicht bewölkt, 15°, Nachmittag Regen, 10°. Unterkunft: Hotel Studio6, sFr 125.—

Das Frühstück heute Morgen war nicht im Zimmerpreis inbegriffen und kostete 70 $! Ich muss mich wohl von meinen russischen PreisRelationen verabschieden. Aber eben, ich befinde mich ja auch in einer der teuersten Städte der USA. Schon früh machte ich mich zu Fuss auf eine Erkundungstour zum Fährhafen nach Oakland, denn ich ging davon aus, dass die BayBridge für Velos unpassierbar ist, und kaufte mir ein FährTicket. Danach unternahm ich eine StadtRundfahrt von 2 Stunden und fuhr um drei Uhr mit der Fähre in 30 Minuten nach Oakland. Von SanFrancisco habe ich nicht sehr viel gesehen, nachdem ich allerdings im Zentrum kein Zimmer unter 450$ kriegte zog ich es vor weiterzufahren. 

Durch eine sehr hügelige Landschaft mit sehr steilen Aufstiegen fuhr ich bei leichtem Regen nach Osten, wobei die ebenfalls sehr steilen Abfahrten durch den Regen derart glitschig waren, dass ich mich nicht getraute mehr als 20 km/h zu fahren. In Concord machte ich 10 km Umweg zu einem akzeptablen Hotel. Dadurch erreichte ich dieses auch heute erst bei Dunkelheit.

So, 14.4.2019, Flug Kloten-San Francisco. Hotel Nikko, sFr 180.—.

Nach einem verspäteten 12-Stunden-Flug, einem stundenlangen ZollProzedere (350-PersonenFlieger) und einer sehr windigen 30km-Fahrt auf dem Velo erreichte ich das Zentrum von San Francisco erst nach 8 Uhr, also bei Dunkelheit. In einem grossen Hotel checkte ich ein, allerdings nur für eine Nacht, denn die folgende hätte das 2 1/2 -fache gekostet. In einem irischen Pub gab‘s Fish snd Chips und ein grossen Bier. Da im Hotel WiFi separat bezahlt werden musste verzichtete ich darauf, meinen Bericht auf‘s Netz zu stellen.

Mo, 8.4.2019, ReiseVorbereitungen. Am Sonntag, 14.April 2019 fliege ich nach SanFranzisco und fahre danach durch die USA nach NewYork resp. Boston. Vor allem im Westen fahre ich nach Möglichkeit durch die folgenden NationalParks (NP): Yosemite NP, Sequoia NP, DeathValley NP, Zion NP, BriceCanyon NP, LakePowel, MonumentValley und eventuell noch andere. Die ganze Strecke beträgt ca. 6000 km und ich gedenke am 14. Juni wieder heimzufliegen.